Der Milower Havelübergang

Von: Hildegard Behm & Winfrid Ganzer

Der Fährbetrieb an und über die Havel wurde 1742 aufgenommen. Ab 1897 pachtete Ferdinand Bolle Senior von der „Herzoglichen Anhaltinischen Hofkammer“ zu Dessau die Fähre mit dem dazugehörigen Fährplatz und Hausgrundstück auf Milower Seite.

Die Fähre war damals eine Kettenfähre, die zwei Fuhrwerke befördern konnte. Da viele Milower in der nach 1916 in der Premnitzer Pulverfabrik arbeiteten, wurden es immer mehr Bürger, die Ferdinand Bolle über die Havel setzte und abends wieder nach Milow zurück.

Nach Beendigung des 1. Weltkrieges kehrte Ferdinand Bolle Junior wieder nach Milow zurück und arbeitete bei seinem Vater mit. In den folgenden Jahren baute Bolle Junior dann den Betrieb weiter aus.

1925 wurde eine Fähre gebaut, die an zwei Stahlseilen lief, aber noch von Hand gezogen werden musste. 1927 folgte dann die neue Motorfähre, die bis zu 60 Personen befördern konnte. Die eisernen Zugketten waren durch Drahtseile ersetzt worden und ein Motor trieb die Fähre an.

Ab 1926 und 1927 erleichterten zwei Motorboote (ein kleineres und ein größeres) besonders im Winter, bei Eisgang auf der Havel den Fährverkehr.

1940 kam schließlich noch eine Handfähre dazu, die auf der Schiffswerft Jerichow gebaut wurde.

Mit dem Bau einer Holzbrücke über die Havel endete dann 1948 der Fährverkehr zwischen Milow und Premnitz.

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