Havelfahrt

Von: Huja

August 1992

Regen an den Fensterscheiben
Die Welt scheint grau
Und Tropfen Bächen gleich
Sie rinnen
Und auf die Reise nehmen
Sie die Erinnerung
Gedanken an die Liebste
Mit sich - an unsre Zeit
Als wir im gleichen Takte
Die Sonne auf der nackten Haut
Die Paddel in die Havelwässer tauchten,
Ins Unbekannte kräftig treibend uns
Ein Stückchen Märkisch Land erschlossen
Am stillen Dorf vorbei
An schilfbewachs'nen Inseln
Wo auf dem toten Baum der graue Reiher
Nach Beute späht
Wie in der Luft der Falke
Und auch die Möwe überm Fluß
Schau, seine Majestät, der Schwan
Zischt leise, drohend
Wacht mit hellem Blick
Daß seine Kinder wir
Nicht in Gefahren bringen
Gewitterberge drohen und geborgen
Spürn unsre Haut wir in dem kleinen Zelt
Darauf der Regen trommelt
Schon grüßt die Sonne uns
Wenn wir das Frühstück zelebrieren
Und auf die Wespe warten
Die als Gast sich selber eingeladen,
Da wo der Kaffee dampft
Und feine Käsedüfte locken,
Bis endlich rastlos wir
Libellen gleich
Im Flügelschlag der Paddel
Das silberhelle Wasser neu zerpflügen
Und hinter seenhaften Weiten,
die paradiesisch Sumpf und Sandstrand
Schilf und Weiden säumen
Die fernen Silhouetten neuer Ziele grüßen

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